Unsere Hütten sind aus dem Holz der Weißtanne gefertigt. Die Bäume wurden im Winter 2012/2013 in den Hochlagen der bayrischen Alpen geschlagen und anschließend per Hand entrindet. Der mittlere Stammdurchmesser beträgt stattliche 42 Zentimeter. Doch nicht jeder Baum ist gleichstark. Es wurden auch durchaus größere Kaliber verbaut.

 

Wir haben uns gegen die klassische Rundstammvariante - den kanadischen Stil - entschieden. Dieser passt einfach nicht in den Harz. Unsere Stämme sind auf 30 Zentimeter besäumt, das heißt, die Häuser haben innen wie außen gerade Wände erhalten. Auch auf die typische Verkämmung an den Hausecken haben wir verzichtet und uns stattdessen für die elegante Schwalbenschwanzverbindung entschieden, bei deren Anblick jeder Handwerker mit der Zunge schnalzt. Die einzelnen Lagen werden hierbei so miteinander verbunden, dass ein Ausbrechen oder Verrutschen unmöglich ist. Aus diesem Grund kann auch gänzlich auf die Verwendung von Schrauben oder Gewindestangen verzichtet werden.

 

Auch auf die Außenbehandlung des Holzes kann verzichtet werden. Die Auskragung des Obergeschosses und die weiten Dachüberstände sorgen für einen ausreichenden konstruktiven Holzschutz. Unsere Häuser werden nach und nach eine schützende, natürliche Patina ansetzen und dürfen in Ehren ergrauen.

 

Im Frühjahr 2013 wurden die Häuser Schicht für Schicht im Alpenvorland nach unseren Vorgaben aufgebaut. Nach der Abnahme der Bauherrengemeinschaft müssen noch die Nuten für die Innenwände und die Aussparungen für Steckdosen ins Holz gefräst werden. Dann werden sie wieder abgebaut, mit Dichtungsbändern und Schafswolldämmung versehen, mit LKWs Richtung Niedersachsen verfrachtet und im Herzen des Nationalparks Harz – hoffentlich für die Ewigkeit –aufgebaut.

 

Die ersten drei Jahre werden unsere Häuser noch sehr lebhaft sein. Lautes Knacken und Risse in den Balken zeugen von der Setzung des Gebäudes, sind ganz normal und geben keinen Anlass zur Sorge. Das Gegenteil ist der Fall. Die fortschreitende Trocknung und das Eigengewicht des Holzes sorgen dafür, dass die Häuser mit der Zeit immer dichter werden. Um satte sechs Prozent werden die Hütten dann geschrumpft sein. Dieser Faktor muss bei der Planung aller Baukörper natürlich bedacht werden. Fenster und Türen erhalten Gleithölzer, die Treppe ist flexibel zu verankern und selbst die Sanitärrohre müssen so eingefügt werden, dass sie auf die Senkung reagieren können.

 

Kurzum, man hätte es einfacher haben können! Doch von der ersten Begegnung mit dieser Bauweise an war allen Mitgliedern unserer Bauherrengemeinschaft bewusst, dass wir auf der Suche nach unseren Traumhäusern angekommen waren. Keine uniforme Pressware aus der Trocknungskammer sollte es sein, sondern materialehrliche Unikate. Häuser mit Charakter eben..